Opernjuwel
3.290,00 €
Großes goldenes Medaillon mit Spiegel als Anhänger, datiert 1926
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Description
Wie oft wünschen wir uns, ein antikes Schmuckstück könne reden, um seine Geschichte preiszugeben? Der Erfüllung dieses Wunsches am nächsten kommen Schmuckstücke mit Gravur, die uns im besten Fall etwas über ihre ersten Besitzer, die Schenkenden und deren Leben verraten.
Das vorliegende Medaillon trägt vorderseitig die Monogramm-Gravur „TG“, rückseitig den Namenszug „Großmutter Schumann-Heink“ und das Datum „15.VI.26“. Womöglich war das Medaillon ein Geschenk der Großmutter an T.G. und das Datum ein Geburtstag oder eine andere besondere Gelegenheit, zu der es verschenkt wurde.
Die einzige Person, die laut unserer Recherchen zur angegebenen Zeit den Namen Schumann-Heink trug und Großmutter hätte sein können, war die Opernsängerin Ernestine Schumann-Heink – ihr ungewöhnlicher Doppelname kam durch die Scheidung von ihrem ersten Ehemann und erneute Heirat zustande. Schumann-Heink hatte eine lange und erfolgreiche Karriere als Altistin, die 1878 in Dresden begann und während derer sie unter Anderem mit Gustav Mahler und Richard Strauss auftrat. 1908 wurde sie zur US-Bürgerin und führte dort an Institutionen wie der Metropolitan Opera in New York ihre Karriere fort. Von 1926 bis zu ihrem Tod zehn Jahre später strahlte das US-amerikanische Radio jedes Weihnachtsfest das von Schumann-Heink eingesungene „Stille Nacht“ aus. Einige ihrer Tonaufnahmen haben sich bis heute erhalten.
Schumann-Heink besaß zweifellos die finanziellen Mittel zu einem kostbaren Geschenk wie diesem. Auch selbst trug sie gern Schmuck, wie überlieferte Photographien beweisen. Das große Medaillon ist aus massivem Gold gearbeitet und mit reicher Ornamentik versehen. Zwei nachtblaue Saphircabochons und eine Quaste aus Goldkettchen und Perlen setzen Akzente. Innen verfügt das Medaillon über einen Spiegel und einen hohlen Innenraum, sodass sich hier ein Briefchen oder ein anderes Geheimnis verstecken ließe.
Der Entwurf entspricht dem Art Déco der 1920er Jahre, insbesondere wie er in den USA populär war; für ein Medaillon aus deutscher Herstellung wäre die Form hingegen ungewöhnlich. Déco-Entwürfe mit Abhängungen wurden etwa 1922 im US-amerikanischen Magazin The Jeweler’s Circular publiziert (vgl. letzte Abb.). Auch dies spricht dafür, dass die Schenkende den Anhänger in den USA erwarb und an eine Verwandte in Deutschland verschenkte.
| Material: | Zwei Saphire im Cabochonschliff, je etwa 2,5 mm Durchmesser Sieben Perlen, je etwa 1,6 mm Durchmesser Gold 585/000, entspricht 14 Karat |
| Stempelungen: | Keine Punzen oder Stempel |
| Größe: | Inkl. Öse und Abhängung 9,9 x 4,4 cm |
| Gewicht: | 30,4 g |
| Zustand: | Außen sehr gut, der Spiegel mit Randausbruch und blinden Flecken |
| Weiteres: | Vorne mit Monogramm-Gravur „TG“, rückseitig graviert „Großmutter / Schumann-Heink / 15.VI.26“ |
| Zertifikat: | Lieferung mit Zertifikat |
| Objekt-Nr.: | 22-0018 |

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