Realistische Schleifen
2.190,00 €
Antike Demi-Parure des Realismus aus Gold & Perlen, um 1870
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Description
Eine besondere Mode in der Kunst des mittleren 19. Jahrhunderts war der Realismus bzw. Naturalismus. In der Literatur sind Emile Zola oder Gerhart Hauptmann Vertreter dieser Stilrichtung, in der Malerei werden die Werke etwa von Courbet und Max Liebermann sehr geschätzt. Im Bereich der Schmuckkunst sind einige der Werke dieser Strömung bis heute jedoch noch vom Schatten der Geschichte verdeckt.
Tatsächlich teilt sich der Realismus im Bereich des Schmucks in zwei Bereiche. Einerseits gibt es geradezu mimetisch nachgeformte Blumen, knorrige Äste, Blüten aus Email oder fein ziseliertem Goldblech und Vögel mit feinem Federkleid, welche die Grenze zwischen Natur und Naturnachahmung verschwinden lassen.
Andererseits widmen sich einige der Goldschmiede und Entwerfer sachlich-technischen Motiven, welche nie zuvor und nie wieder danach zum Gegenstand von Schmuck wurden. Wir finden geknotete Bänder und Schleifen, Laschen, Kolben, durch Ringe gezogene Seile, doch sogar Zahnräder und Schrauben, welche in Gold dargestellt wurden.
Die hier vorliegende, sehr schön erhaltene Demi-Parure aus Ohrringen und Anhänger-Brosche entspricht dieser zweiten Mode. Die ovalen Fronten präsentieren jeweils eine applizierte, besonders naturalistisch ausgeführte Schleife aus dreifach verschlungenen Bändern. Ihre Enden laufen in beweglichen Goldquasten aus, die den illusionistischen Effekt verstärken. Kleine Naturperlen besetzten die Zentren der Schleifen. Alle Stücke sind feinvergoldet und leuchten im warmen Glanz des Goldes. Als kleines Geheimnis ist die Brosche zugleich ein Medaillon, das in einem verglasten Fach ein persönliches Souvenir oder Geheimnis bergen kann. Das Set hat sich in seinem originalen Etui sehr schön erhalten.Vgl. zum Realismus in der Schmuckgeschichte Brigitte Marquardt. Schmuck. Realismus und Historismus. 1850–1895. Deutschland, Österreich, Schweiz, München 1998, bes. S.172, S. 317.
| Material: | Drei Naturperlen (halbiert), max. 3,1 mm Durchmesser Gold 585/000, entspricht 14 Karat, zus. Auflage aus Feingold |
| Stempelungen: | Die erneuerten Schrauben gestempelt mit dem Feingehalt „585“ |
| Größe: | Ohrringe 1,5 cm breit, mit Oberteilen und Quasten 4,0 cm lang Brosche 3,1 cm breit, mit Öse und Quasten 5,2 cm lang |
| Gewicht: | Die Ohrschrauben zus. 5,8 g, die Brosche 10,3 g |
| Zustand: | Sehr gut, mit minimalen Tragspuren an der Feinvergoldung, die Ohrschrauben in früherer Zeit erneuert, eine Krappe der Perle eines der Ohrringe verloren |
| Weiteres: | Lieferung im abgebildeten, antiken Etui |
| Zertifikat: | Lieferung mit Zertifikat |
| Objekt-Nr.: | 22-0695 |

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